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Ringvorlesung: Nachhaltigkeit

Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 8,5 Milliarden Menschen auf der Erde leben. 2030 ist auch das Jahr, in dem die Staaten der Welt gemeinsam einen nachhaltigen Wandel vollzogen haben wollen. Der zentrale Motor dieses Wandels ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die Mitgliedsstaaten bekennen sich zu der Agenda mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen. Zur erfolgreichen Umsetzung der Ziele müssen alle Staaten ihren Beitrag leisten, damit die 8,5 Milliarden Menschen und folgende Generationen ein gutes Leben führen können. Ein Leben ohne Hunger, in Frieden, mit gleichen Entwicklungschancen, einer gerechten Gesellschaft und einer intakten Umwelt. Die Agenda 2030 schafft die Grundlage für einen wirtschaftlichen Fortschritt der im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen unseres Planeten gestaltet werden kann. 

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, aber was bedeutet es konkret? Nachhaltigkeit ist mehr als Plastikmüll in den Weltmeeren, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge oder die Erhaltung des Hambacher Fortes. In Zeiten globaler ökologischer und gesellschaftlicher Krisen werden komplexe Wechselwirkungen zwischen Umwelt und unserem Verhalten sichtbar. 

Wir laden Sie dazu ein, das Thema Nachhaltigkeit in interdisziplinären Vorträgen zu betrachten, kritisch zu hinterfragen und Anregungen für das Handeln im Alltag mitzunehmen Dazu stellen Expert*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur ihre spannenden Ideen zu einer nachhaltigen Entwicklung vor. Studierende aller Fakultäten sowie interessierte Gäste sind herzlich willkommen!

Wissenschaftliche Leitung der Ringvorlesung:
Prof. Dr. Michael Schemmann
Wissenschaftliche Leitung des ProfessionalCenters der Universität zu Köln

 

Veranstaltungsübersicht

 

09.04.2019
Nachhaltige Entwicklung als "Große Transformation" | Prof. Dr. Uwe Schneidewind | Wuppertal Institut | Bergische Universität Wuppertal

Die Vision einer Nachhaltigen Entwicklung ist das große Zivilsationsprojekt der Menschheit im 21. Jahrhundert. Der Vortrag führt in das Konzept und die Herausforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung ein. Er geht auf die Arenen ein, in denen sich die mit einer Nachhaltigen Entwicklung verbundene „Großen Transformation“ vollzieht: von der Energie- und Ressourcenwende über die Mobilitäts- und Ernährungswende bis hin zum Wandel unserer Städte und einer umfassenden Wohlstandswende. Zudem beleuchtet Uwe Schneidewind die Rolle der unterschiedlichebn Akteure in diesen Veränderungsprozessen: von der Politik über Unternehmen und die Zivilgesellschaft bis zur Wissenschaft.


16.04.2019
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung – Deutscher Nachhaltigkeitskodex und SDGs | Florian Harrlandt | Rat für nachhaltige Entwicklung

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ist ein unabhängiges Beratungsgremium der Bundesregierung. Zu den Hauptaufgaben des RNE gehört es, die Bundesregierung zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu beraten und durch konkrete Projekte zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. In diesem Zusammenhang betreib der RNE seit 2011 das Projekt Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK). Inwiefern die Förderung unternehmerischer Verantwortung der Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie dienen kann und welche Rolle dabei die 17 SDGs der Vereinten Nationen spielen, wird Thema dieses Vortrages sein.


23.04.2019
Nachhaltigkeit durch mehr Bildung?! SDG4 und das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung | Bianca Bilgram | Deutsche UNESCO-Kommission | Leitung Geschäftsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung

Wir wissen, was NICHT nachhaltig ist. Wir wissen NICHT, was nachhaltig ist. Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht? Und was hat Bildung damit zu tun? "Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben" - so fordert es die Weltgemeinschaft mit Teilziel 4.7. der Agenda 2030. Welche Art von Bildung benötigen wir also, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen?


30.04.2019
Green Consumption - Nachhaltigkeit aus der Perspektive der Konsumentenforschung | Dr. Magdalena Bekk | Universität zu Köln | Seminar für Marketing und Markenmanagement

Wir leben in einer Welt, in der unser weltweiter Ressourcenverbrauch pro Jahr größer ist als die Menge der Ressourcen, die die Erde in einem Jahr generieren kann.Obwohl uns diese Lage rational bewusst ist und obwohl die Mehrheit der Menschen in Europa von sich selbst sagt, dass Nachhaltigkeit (z.B. Umweltschutz) für sie wichtig ist, handeln nur wenige tatsächlich danach.Es ist das Ziel dieses Vortrages zu verstehen, welche Faktoren Menschen hemmen und welche Faktoren Menschen antreiben nachhaltiges Verhalten zu zeigen. Im Rahmen dieses Vortrags werden wir uns Balance-Effekte, Übertragungseffekte, Zielsetzungseffekte und Wahrnehmungseffekte ansehen, die das (nicht-)nachhaltige Verhalten von Menschen aus der Perspektive der Konsumentenforschung erklären.


07.05.2019
Darf´s ein bisschen weniger sein? Wege zu einer nachhaltigeren Konsumkultur | Dr. Carolin Baedeker| Wuppertal Institut| Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren

Die Frage nach umweltfreundlichen Produktions- und Konsumstilen wird im gesamtgesellschaftlichen Diskurs kontrovers diskutiert. Neue Besitz- und Konsumstrukturen können vor diesem Hintergrund eine ressourcenschonende und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Wirtschaftsweisen darstellen und mit einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel einhergehen. Auf der Grundlage sozialer und technologischer Transformationsprozesse vermehren sich die Plattformen auf denen Miet-, Tausch- und Teiloptionen angeboten werden in rasanter Geschwindigkeit und werden oftmals durch soziale Medien gestützt beziehungsweise erst ermöglicht. Die sich daraus ergebenden Ressourceneffizienz- und Diffusionspotenziale sind vielfältig und bieten im gesamten Produktions-, Konsum- und Lifestyle-Sektor sowohl Chancen als auch Risiken.


14.05.2019
It's not smart if it's not sustainable - Warum wir anders über die Stadt der Zukunft denken müssen | Roman Mendle | ICLEI - Local Governments for Sustainability | Leiter Smart Cities

Oft wird die lebenswerte Stadt der Zukunft beschrieben als technologisches Wunderland. Selbst-Fahrende Autos, digitale Stadtverwaltung und virtuelle Realität auf der Straße und künstliche Intelligenz sollen uns das Leben in Städten leichter, effizienter, besser, und nebenbei auch nachhaltiger machen - so oder ähnlich lautet oft das Versprechen der "Smart City". Dabei wird vergessen, dass die Stadt der Zukunft unbedingt ressourcenschonender, klimaverträglicher, grüner, gerechter und lebenswerter werden muss. Nachhaltigkeit ist das Ziel, Technologien sind nur Werkzeuge. Diese Vorlesung ist eine Einladung, neu über urbane Technologien, Zukunftsvisionen und Digitalisierung in Städten nachzudenken und die Probleme von morgen schon heute zu vermeiden oder zu lösen.


21.05.2019
Zeitwohlstand – Rebound-Risiken und Suffizienz-Chancen einer sozial-ökologischen Transformation der Arbeitswelt | Gerrit von Jorck | TU Berlin - Arbeitslehre | Ökonomie und nachhaltiger Konsum

Für unseren Planeten aber auch künftige und gegenwärtige Generationen steht es angesichts des Überschreitens planetarer Grenzen fünf vor zwölf. Die dominierenden Nachhaltigkeitsstrategien setzen daher auf vermeintlich schnelle technische und ökonomische Lösungen. Sie verharren dabei jedoch in einer Wachstums- und Beschleunigungslogik, die vielfach erst zur ökologisch-ökonomischen Doppelkrise beigetragen hat. Gebraucht werden jedoch wachstumsunabhängige Strategie- und Handlungsoptionen. Im Kontext einer sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft rückt dabei der Stellenwert der Arbeitszeit immer mehr in den Vordergrund. Anstatt auf schnelle Lösungen zu setzen, scheint vielmehr eine grundlegende Umkehr unseres Wohlstandsverständnisses hin zu Zeitwohlstand angebracht.


28.05.2019
Kohleausstieg in Deutschland: Klimapolitisches Vorbild oder nutzlose Selbstgeißelung? Eine ökonomische Analyse | PD Dr. Dietmar Lindenberger | Universität zu Köln | Leitung Energiewirtschaftliches Institut

Die von der Bundesregierung eingesetzte „Kohlekommission“ hat ihre Empfehlungen für einen beschleunigten Ausstieg Deutschlands aus der Kohleverstromung vorgelegt. Führt dieser Ausstieg im europäischen Strommarkt zur Einsparung von Treibhausgasen? Welche Chancen und Risiken hinsichtlich Innovation, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit sind mit einer solchen Politik verbunden? Der Vortrag diskutiert hierfür relevante Wirkungsmechanismen und versucht die genannten Fragen aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive einzuordnen.


04.06.2019
Hochschulen als Lernorte und Versuchslabore für nachhaltige Entwicklung und zukunftsfähiges Handeln | PD Dr. Maik Adomßent | Universität Lüneburg | UNESCO Chair Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung und zukunftsfähiges Handeln

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Doch was macht eine nachhaltige Hochschule eigentlich aus? Welche Anforderungen stellen sich hinsichtlich der Ausgestaltung nachhaltigkeitsorientierter Forschung? Wie lässt sich eine Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung charakterisieren? Der praxisorientierte Beitrag stellt Akteure, Ansätze und Initiativen aus dem In- und Ausland vor und erläutert, was es mit dem ‚Whole Institution Approach‘ auf sich hat und warum dieser so bedeutsam ist.


18.06.2019
Green Growth durch Bioökonomie? Herausforderungen für die nachhaltige Nutzung globaler Landressourcen | Prof. Dr. Jan Börner | Universität Bonn | Professur für Ökonomik nachhaltiger Landnutzung und Bioökonomie

Bioökonomie gab es schon immer und doch ist das Konzept der „Biologisierung“ moderner Wirtschaftsformen seit einigen Jahren in aller Munde. Ob und in welcher Form eine bio-basierte wirtschaftliche Transformation tatsächlich zur nachhaltigeren Nutzung natürlicher Ressourcen (Green Growth) beitragen kann, soll hier am Beispiel globaler Landressourcen diskutiert werden. Im Zentrum steht dabei die Hypothese von Nobelpreisträger Norman Borlaug über die Rolle von technologischem Fortschritt als Schlüssel zum Schutz von Landressourcen. Ein Abgleich zwischen traditionellen Erhebungsmethoden für die globale landwirtschaftliche Nutzfläche und zunehmend verfügbaren Fernerkundungsdatensätzen führt zu einem scheinbar paradoxen Ergebnis: Borlaug hatte Recht, aber die Zerstörung natürlicher Vegetation nimmt in vielen Teilen der Welt zu. Der Vortrag beleuchtet einige Gründe dafür und formuliert Herausforderungen für eine nachhaltige bioökonomische Transformation.


25.06.2019
Wie wird Nachhaltigkeit lokal umgesetzt? Drei Kölner Projekte stellen sich vor | Dunja Karabaic - ökoRAUSCH | Nicole Klaski - The Good Food | Sabrina Cali - Köln global-nachhaltig

ökoRAUSCH Think Tank für Design & Nachhaltigkeit unterstützt Kreativunternehmer*innen, die sich an nachhaltigen Werten orientieren.  Er unterstützt sie dabei ,wichtige Impulse für Gesellschaft, Bildung, Kultur und Wirtschaft zu geben. ökoRAUSCH fördert faire und umweltfreundliche Produktions- und Konsumwelten und inspiriert zur Führung eines grünen Lebensstils. Das aussortierte, aber noch köstliche Lebensmittel größtenteils auf dem Teller anstatt in der Tonne landen ist The GOOD FOOD zu verdanken. THE GOOD FOOD lädt dazu ein, etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun. In ihrem Vortrag stellen sie sich und ihr Ladenkonzept vor und bieten dem Zuhörer die Möglichkeit einen Schritt in Richtung des grünen Lebensstils zu gehen. Köln – global – nachhaltig ist ein Projekt des Allerweltshaus Köln e.V. und möchte für die lokale Umsetzung der Nachhaltigkeit werben. Sie setzen sich dafür ein, dass die Nachhaltigkeit einen immer höher werdenden Stellenwert in der Stadt Köln einnimmt. ökoRAUSCH, THE GOOD FOOD und Köln- global – nachhaltig möchten das Kölner Nachhaltigkeitsnetzwerk ausbauen und gleichzeitig enger zusammenwachsen lassen.


02.07.2019
An der Ladentheke wird´s ernst - Verbraucherinnen und Verbraucher im Label-Dschungel | Wolfgang Schuldzinski | Vorstand Verbraucherzentrale NRW

Wie glaubwürdig sind die Ökokennzeichnungen auf Produkten? Machen sie nachhaltiges Konsumieren einfacher? Lässt sich nachhaltiger Konsum durch Labelling erreichen? Forderungen an eine konsequente Verbraucherpolitik und weitere Instrumente zur Förderung von nachhaltigem Konsum.


09.07.2019
60-minütige Multiple Choice Klausur

Weitere Informationen: tba

 

Organisation & Kontakt


Eva Wenzel

Ringvorlesung & Career Week

Kontakt
Telefon: +49 221 470-8891
E-Mail: eva.wenzel(at)uni-koeln.de